Donnerstag, 15. November 2018
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Chronik der FF Beiersdorf

Wie in zahlreichen anderen Orten der Oberlausitz fanden sich am 30. Mai 1876 junge Männer der Gemeinde zusammen, um die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu beschließen. Bereits nach acht Tagen fand die erste Gründungsversammlung statt. In dieser erklärten sich 32 Bürger des Ortes bereit, sich für die Erhaltung des "Nächsten Guts" einzusetzen und sich zur Einhaltung der Statuten zu verpflichen.

Als erster Kommandant wurde der Kamerad Eduard Spindler eingesetzt. Seine Arbeit konnte er nur schwer erfüllen; denn bis zur humanistischen Anerkennung der Feuerwehrarbeit waren Förderungen vom Staat nicht mehr als ein Wunsch. So mußten Ausrüstung, Geräte und Uniformen selbst finanziert und beschafft werden. Selbst die im Ort bereits vorhandene Handdruckspritze, unser "Rotkopf", wurde erst nach zehnjährigem Bestehen der Wehr übergeben. Ab 1890 wurde ein Teil der Kosten zur Unterhaltung von der Gemeinde übernommen, was wohl auf eine sehr aktive und anerkennende Arbeit der Wehr zurückzuführen ist.

Leider sind zahlreiche Dokumente zur Arbeit unserer Wehr bei einem Brand im Wohnhaus des Kameraden Max Beckel, welcher 1943 Schriftführer war, verloren gegangen. Doch bezeugen zahlreiche Bilder und Urkunden, die man im Gerätehaus betrachten kann, daß schon in früheren Jahren der Kameradschaftspflege ein großer Wert zugeschrieben wurde.

Die politischen Ereignisse gingen natürlich auch an den Wehren nicht spurlos vorüber. In einem Jahresbericht der Gemeinde aus dem Jahre 1919, einem Jahr nach dem Ersten Weltkrieg, ist folgendes zu lesen:

"Die 1917 gebildete Pflichtfeuerwehr darf vorläufig als überflüssig gelten, nachdem die freiwillige Wehr durch die aus dem Felde heimkehrenden Mitglieder wieder die zu wirksamer Betätigung in ihrem wichtigen Dienst erforderliche Stärke (70 Mann) erlangt hat; ein baldiger junger Nachwuchs für diese vorbildliche Sache bleibt aber trotzdem zu wünschen. Erwähnt sei hierbei die Beschaffung von 70 Lederhelmen aus Heeresbeständen."

Aus dem Protokoll des Amtsgerichts im Jahres 1936 ist die Auflösung des Vereines zu entnehmen. Alle Feuerwehren erhielten nun neue Statuten und sie wurden der Polizeibehörde unterstellt. Dies galt bei der Freiwilligen Feuerwehr Beiersdorf bis 1989, also auch zu Zeiten des Sozialismus. Dazu ein Auszug aus dem Protokoll:

"In der Hauptversammlung am 15. August 1936 wurden der Wehr die neuen Satzungen vorgetragen, von der Versammlung anerkannt und durch eigenhändige Unterschrift beglaubigt. Die Wahl wurde zurückgestellt.

In der heutigen Hauptversammlung am 12. September 1936 wurde die Wahl der Führer der Freiwilligen Feuerwehr vorgenommen. Gewählt wurden:

Hauptbrandmeister und Führer der Wehr: Emil Köhler
Stellvertreter: Erwin Michel
Schriftführer: Max Beckel
Kassierer und Gerätewart: Ernst Hölzel"

Das Ende des Zweiten Weltkrieges stellte die Wehr wieder vor neue Herausforderungen, Probleme, aber auch Chancen. Bei der Technik war ein Schwund zu beklagen; so standen den Brandschützern nur noch zwei Handdruckspritzen, ein Steigerwagen sowie eine TS 600 ohne Wagen zur Abwendung aller Gefahren zur Verfügung. So wurde der Steigerzug 1948 wieder aufgestellt, an seiner Spitze als Gruppenführer Kamerad Hermann Bernhardt. Kamerad Martin Hanspach baute für die TS einen Einachsanhänger um, damit die Einsatzstelle schneller erreicht werden konnte.

Im Jahre 1950 wurde die Wehr durch das Volkspolizeikreisamt Löbau (entstanden nach der Gründung der DDR 1949) auf 40 aktive Mitglieder reduziert und mit einem vertraulichen Schreiben beauftragt, einen Beobachtungsposten (Flurwache) einzurichten. Unter dem Wehrleiter Kurt Quingve wurde allerdings die alte Stärke wiederhergestellt und sogar eine Jugendgruppe gegründet. Ende 1952 verzog Kurt Quingve aus Beiersdorf.

Auch die nachfolgenden Wehrleiter und ihre Leitungen haben bis heute die Wehr, die Ausrüstung, den vorbeugenden Brandschutz sowie kulturelle Erlebnisse in kameradschaftlicher Form erfolgreich weitergeführt.

Im Jahre 1956 wurde in der Eisengießerei eine betriebseigene Feuerwehr gegründet. Auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Betriebsvorstand konnte eine gute Zusammenarbeit der beiden Wehren erfolgen. Mit Schließung der Gießerei 1991 wurde diese Wehr aufgelöst.

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